Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Zukunft auf ein Mittel zu ſinnen, daß ſich ſeine Söͤhne nicht gegenſeitig todtſchlügen; denn die Drohung der Frau Feldheimerin, die er in ſeinem Herzen für eine ausgemachte Hexe hielt:Na, man wird ja ſehen, was von Eurem Erbe einen Hirſchgulden werth iſt, lag ihm noch immer in ſeinem Sinn. Eines Tages, da er in der Umgegend ſeines Schloſſes jagte, fielen ihm zwei Berge ins Auge, die ihrer Form wegen wie zu Schlöſſern geſchaffen ſchienen, und ſogleich beſchloß er auch dort zu bauen. Er baute auf dem einen das Schloß Schalksberg, das er nach dem Kleinern der Zwillinge ſo nannte, weil dieſer wegen allerlei böſer Streiche längſt von ihm den Namenkleiner Schalk erhalten hatte, das andere Schloß, das er baute, wollte er anfänglich Hirſchguldenberg nennen, um die Here zu verhöhnen, weil ſie ſein Erbe nicht einmal eines Hirſchguldens werth achtete, er ließ es aber bei dem einfacheren Hirſchberg bewenden, und ſo heißen die bei⸗ den Berge noch bis auf den heutigen Tag, und wer die Alb bereist, kann ſie ſich zeigen laſſen.

Das böſe Wetter von Zollern hatte anfänglich im Sinn, ſeinem älteſten Sohn Zollern, dem kleinen Schalk Schalksberg und dem andern Hirſchberg im Te⸗ ſtament zu vermachen; aber ſeine Frau ruhte nicht eher, bis er es änderte:Der dumme Kuno, ſo nannte ſie den armen Knaben, weil er nicht ſo wild und ausge⸗ laſſen war wie ihre Söhne,der dumme Kuno iſt ohne dies reich genug durch das, was er von ſeiner Mutter erbte, und er ſoll auch noch das ſchöne, reiche Zollern haben? Und meine Söhne ſollen nichts bekommen,

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