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ſollte, und der Graf hatte ſeine Freude daran, rief auch einigemal:„Kannſt ein wackerer Burſche werden.“
Als ſie aber in der Ebene angekommen waren, und der Graf ſtatt Schritte Trab anſchlug, da vergingen dem Kleinen die Sinne; er bat anfangs ganz beſchei⸗ den, ſein Vater möchte langſamer reiten, als es aber immer ſchneller ging, und der heftige Wind dem armen Kuno beinahe den Athem nahm, da fing er an, ſtill zu weinen, wurde immer ungeduldiger und ſchrie am Ende aus Leibeskräften.
„Weiß ſchon! dummes Zeug!“ fing jetzt ſein Va⸗ ter an.„Heult der Junge beim erſten Ritt; ſchweig oder———* Doch den Augenblick, als er mit einem Fluche ſein Söhnlein aufmuntern wollte, bäumte ſich ſein Roß; der Zügel des andern entfiel ſeiner Hand, er arbeitet ſich ab, Meiſter ſeines Thieres zu werden, und als er es zur Ruhe gebracht hatte und ſich ängſtlich nach ſeinem Kind umſah, erblickte er deſſen Pferd, wie es ledig und ohne den kleinen Reiter der Burg zulief.
So ein harter finſterer Mann der Graf von Zollern ſonſt war, ſo überwand doch dieſer Anblick ſein Herz; er glaubte nicht anders, als ſein Kind liege zerſchmet⸗ tert am Weg; er raufte ſich den Bart und jammerte. Aber nirgends, ſo weit er zurückritt, ſah er eine Spur von dem Knaben; ſchon ſtellte er ſich vor, das ſcheuge⸗ wordene Roß habe ihn in einen Waſſergraben geſchleu⸗ dert, der neben dem Wege lag. Da hörte er von einer Kinderſtimme hinter ſich ſeinen Namen rufen, und als er ſich flugs umwandte— ſieh“! da ſaß ein altes Weib


