Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Tiſche, wo er ihm von der Amme dargereicht wurde. Er blickte ihn dann unverwandt an, brummte etwas in den Bart und gab ihn der Amme zurück. Als jedoch der Kleine Vater ſagen konnte, ſchenkte der Graf der Amme einen Gulden, dem Kind machte er kein fröh⸗ licheres Geſicht.

An ſeinem dritten Geburtstag aber ließ der Graf ſeinem Sohn die erſten Häslein anziehen und kleidete ihn prächtig in Sammt und Seide; dann befahl er, ſeinen Rappen und ein anderes ſchönes Roß vorzufüh⸗ ren, nahm den Kleinen auf den Arm und fing an mit klirrenden Sporen die Wendeltreppe hinabzuſteigen. Frau Hedwig erſtaunte, als ſie dies ſah. Sie war ſonſt gewohnt, nicht zu fragen, wo aus, und wann heim? wenn er ausritt, aber diesmal öffnete die Sorge um ihr Kind ihre Lippen.Wollet Ihr ausreiten, Herr Graf? ſprach ſie, er gab keine Antwort. Wozu denn den Kleinen? fragte ſie weiter.Kuno wird mit mir ſpazieren gehen.

Weiß ſchon, entgegnete das böſe Wetter von Zollern und ging weiter; und als er im Hof ſtand, nahm er den Knaben bei einem Füßlein, hob ihn ſchnell in den Sattel, band ihn mit einem Tuch feſt, ſchwang ſich ſelbſt auf den Rappen, und trabte zum Burgthore hinaus, indem er den Zügel vom Raſſe ſeines Söhnleins in die Hand nahm.

Dem Kleinen ſchien es ganfangt großes Vergnügen zu gewähren, mit dem Vater den Berg hinabzureiten. Er klopfte in die Hände, er lachte und ſchüttelte ſein Rößlein an den Mähnen, damit es ſchneller laufen