Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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12 lange vorher, daß wir den unglücklichen Mohren um ſein Opfer gebracht haben, indem er jetzt muſikaliſch geworden Desdemona war gefallen, wenige Tage nachher hatte der Schwarze auch ein weiteres Opfer. Der Fall trat nachher noch einmal ein, und darum hat man Othello nie wieder gegeben; es iſt thöricht aber wahr. Was ſagen Sie dazu, Baron? aber aufrichtig, was halten Sie von unſerem Streit?

Durchlaucht haben vollkommen Recht, antwortete Larun in einem Ton, der zwiſchen Ernſt und Ironie die Mitte hielt;wenn Sie erlauben, werde ich durch ein Beiſpiel aus meinem eigenen Leben Ihre Behauptung beſtätigen. Ich hatte eine unverheirathete Tante, eine unangenehme, myſtiſche Perſon; wir Kinder hießen ſie nur die Federntante, weil ſie große ſchwarze Federn auf dem Hut zu tragen pflegte. Wie bei Ihrem Othello, ſo ging auch in unſerer Familie eine Sage, ſo oft die Federntante kam, mußte nachher Eines oder das Andere krank werden. Es wurde daruber geſcherzt und gelacht, aber die Krankheit ſtellte ſich immer ein, und wir waren den Spuk ſchon ſo gewöhut, daß, ſo oft die Federn⸗ tante zum Beſnch in den Hof fuhr, alle Zurüſtungen für die kommende Krankheit gemacht, und ſelbſt der Doktor geholt wurde.

Eine köſtliche Figur, Ihre Federntante, rief die

Prinzeſſin lachend;ich kann mir ſie denken, wie ſie den

Kopf mit dem Federnhut aus dem Wagen ſtreckt, wie

die Kinder laufen, als käme die Peſt, weil keines kran werden will, und wie ein Reitknecht zur Stadt ſprengen

muß, um den Doktor zu holen, weil die Federntante

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