Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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13 erſchienen ſei. Da hatten Sie ja wahrhaftig eine leben⸗ dige weiße Frau in Ihrer Familie!

Still von dieſen Dingen, unterbrach ſie die Für⸗ ſtin ernſt, beinahe unmuthig;man ſollte nicht von Dingen ſo leicht hin reden, die man nicht läugnen kann, und deren Natur dennoch nie erklärt werden wird. So iſt nun einmal auch mein Othello, ſetzte ſie freundlich hinzu.Und Sie werden ihn nicht zu ſehen bekommen, Baron, und müſſen Ihr Lieblingsſtück ſchon wo anders aufſuchen.

Und Sie ſollen ihn dennoch ſehen, flüſterte Sophie zu ihm hin,ich muß mein Desdemonalied noch einmal hören, ſo recht ſehen und hören auf der Bühne, und ſollte ich ſelbſt darüber zum Opfer werden!

Sie ſelbſt? fragte der Fremde betroffen;ich höͤre ja, der geſpenſtige Mohr ſoll nur brennen, nicht töd⸗ ten?

Ach, das war ja nur das Gleichniß der Mutter! flüſterte ſie noch viel leiſer,die Sage iſt noch viel ſchauriger und viel gefährlicher.

Der Kapellmeiſter pochte, die Introduktion des zweiten Akts begann, und der Fremde ſtand auf, die fürſtliche Loge zu verlaſſen. Die Herzogin hatte ihn gütig entlaſſen, aber vergebens ſah er ſich nach dem Ge⸗ ſandten um, er war wohl längſt in ſeine Loge zurückge⸗ kehrt. Unſchlüſſig, ob er rechts oder links gehen müſſe, ſtand er im Corridor, als eine warme Hand ſich in die ſeinige legte; er blickte auf, es war der Graf Zronievsky.