426 höheres Intereſſe, als die Idee dazu von Napoleon ſelbſt ausging. Man ſagt, David habe ihn malen wollen als Helden, den Degen in der Hand, auf dem Schlachtfelde; Bonaparte aber erwiderte die merk⸗ würdigen Worte:„„Nein! Mit dem Degen gewinnt man keine Schlachten; ich willruhig gemalt ſein— auf einem wilden Pferde.““
„Dank Dir für dieſe Anekdote,“ erwiderte Anna⸗ „ſie macht mir das Bild um ſo lieber, und, nicht wahr, Robert,“ ſetzte ſie hinzu—„auch Dein Vater ſoll durch ſeine Originalität nur noch mehr erfreut werden.“
„Anna!“ unterbrach die Beſchauenden eine dumpfe, wohlbekannte Stimme. Sie ſahen ſich um, der alte Thierberg, auf ſeinen Diener geſtützt, ſtand mit hoch⸗ rothem, zürnendem Geſicht und zitternd vor ihnen; der General, welcher ſeitwärts ſtand, ſchien verlegen und ängſtlich. Aber ſo ſchnell war dieſer Schreck, ſo groß die Furcht Anna's vor ihrem Vater und ſo furcht⸗ bar ſein Anblick, daß ſie zu ſchwanken anfing, und hätte der General ſie nicht unterſtützt, ſie wäre in die Kniee geſunken.
„Sind das die gerühmten Sitten Ihres Herrn Sohnes,“ wandte ſich der Alte bitter lachend zu dem General, indem er bald den Sohn, bald den Vater an⸗ ſah;„heißt das, wie Sie mir vorzumalen ſuchten, ſich in den zarteſten Grenzen des Anſtandes halten? Herr! Wie kommen Sie dazu, mit meiner Tochter allein auf ihrem Zimmer zu ſein?“
„Onkel— rief Rantow, um ihn zu belehren.


