Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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125 den Liebenden, die, anſcheinend in die Ausſicht auf das Thal hinab vertieft, eifrig zuſammenflüſterten, ſtören mochte, ſo war doch ſeine Neugierde, zu wiſſen, was der geheimnißvolle Schrank verberge, zu groß, als daß er nicht ſeine Baſe darüber befragt hätte.

Bald hätte ich das Beſte vergeſſen! rief ſie aus: Das Bild für Ihren Vater iſt heute angekommen, Ro⸗ bert; ich habe es hieher geſtellt, weil mein Vater nie hieher kommt, und weil ich es doch auch betrachten wollte. Sie rückte unter dieſen Worten den Deckel des Schranks, Willi half ihn herabnehmen, und das Bild eines Rei⸗ ters, der auf einem wilden Pferd eine Anhöhe hinan⸗ ſprengt, wurde ſichtbar.

Vonaparte! rief Rantow, als ihm die kühnen geiſtvollen Züge aus der Leinwand entgegenſprangen.

Erkennſt Du ihn? fragte Anna lächelnd.Das war der Sieger von Italien!

Ich hätte nicht geglaubt, daß die Kopie ſo gut gelingen könnte, bemerkte Willi;aber wahrlich, David war ein großer Maler. Wie edel iſt dieſe Geſtalt gehalten, wie glücklich der Einfall, dieſen hochſtreben⸗ den Mann nicht in der gebietenden Stellung eines Obergenerals, ſondern in einer Kraftäußerung aufzu⸗ faſſen, die einen mächtigen Willen, und doch eine ſo erhabene Ruhe in ſich ſchließt.

Ich kenne das Original, ſagte Rantow,es iſt in der Galerie zu Berlin aufgeſtellt, und ich finde dieſe Kopie trefflich; für Liebhaber des Gegenſtandes, wor⸗ unter ich nicht gehöre, gewinnt dieſes Gemälde um ſo

W. Hauffs Werke. IV. 9