Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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1²⁰ Wir ſind es, die uns und unſere Poſten adeln oder ſchän⸗ den. Die Welt hat gelacht und gehöhnt, als man den größten Geiſt des Jahrhunderts auf eine öde Inſel ver⸗ bannte. Dort, an der höchſten Felſenſpitze, haben ſie den alten Adler angeſchloſſen, wo er nur in die Sonne, auf den weiten Ocean und in einige treue Herzen ſah. Aber man hat nicht bedacht, wie vielen Stoff zum Lachen man der Nachwelt gebe; es war nicht Strafe, was ihn dorthin verbannte;werin Europa konnte ihn ſtrafen? Es war Furcht. So mußte es kommen, daß man in ihm noch immer den Gefürchteten ſah; und manche Herzen, die ſich von ihm abgewendet hat⸗ ten, fingen an, ihn wieder zu lieben; pflegt doch das Unglück die Menſchen zu verſöhnen und es war ja nichts an ſeine Stelle getreten, was ihn hätte vergeſſen machen können.

Glauben Sie etwa, Herr Nachbar, ſagte Thier⸗ berg,es hätte wieder ein ſolcher Attila auftreten müſ⸗ ſen, nur um die Zeitungsſchreiber zu unterhalten? Ver⸗ geſſen wird man wohl jenen Namen noch lange nicht, aber man wird ihn verdammen.

Mancher hat ein perſönliches Recht dazu, und ich kann ihn darum nur beklagen, nicht entſchuldigen, daß ſein Gang über die Erde nicht die gebahnte Straße ging. Aber man wird auch mit andern Gefühlen ſich ſeiner erinnern. Die Großen der Erde ſcheinen zwar nicht viel von ihm gelernt zu haben, deſto mehr vielleicht die Kleinen. Er hat ſich ſeine Bahn ſo erhaben aufge⸗ riſſen als Alexander, er hat ſie verfolgt wie Cäſar, man hat ihm gedankt wie dem Hannibal, auf jenem Felſen