Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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hat er gelebt wie Seneca, und ſeine letzten Tage wa⸗ ren eines Sokrates würdig.

In dieſem Punkt werden wir nimmer einig, er⸗ widerte der alte Thierberg;was mich betrifft, ſo kömmt er mir vor, als habe er ſeine Laufbahn eröffnet wie ein Avanturier, habe ſie verfolgt wie ein Räuber, habe mit ſeinem Raub verfahren wie ein verzweifelter Spie⸗ ler, und habe geendet wie ein Komödiant!

Wir ſind noch nicht ſeine Nachwelt, bemerkte Robert Willi.Erſt wenn alle Parteien, die perſönli⸗ ches Intereſſe ausſprachen, von der Erde verſchwunden ſind, dann erſt wird man mit klarem Auge richten. Mein Held iſt er nicht, aber in ſeinen italieniſchen Feldzügen erſcheint er wie ein Weſen höherer Art, und dies wenig⸗ ſtens werden auch Sie zugeben, Herr von Thierberg.

Es iſt möglich, verſetzte der Alte;er hat da⸗ mals mein Staunen, meine Bewunderung erregt; aber wie ſchnell wurde ich von meiner Vorliebe geheilt! Wenn er damals den Bourbons den Thron zurückgege⸗ ben hätte die Macht hatte er dazu ſo wäre er mir wie ein Engel erſchienen.

Dies war wegen ſeiner Armee, die anders dachte, unmöglich, antwortete der General.

Sie erinnern ſich, fuhr der Alte fort,daß ich Ihnen öfter von einem franzöſiſchen Kapitän erzählte, der mich in der Schweiz aus großer Verlegenheit rettete; der einzige Franzoſe, den ich achte, und für den ich noch jetzt alles thun könnte. Mit dieſem ſprach ich damals auch über dieſen Punkt. Ich ſagte ihm, daß Frankreich ohne Rettung vexloren gehe, wenn es in der ewigen,