Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Vollmacht, bei dem Alten um Anna für ihn zu werben. Sie verhehlten ſich nicht, daß eine nicht unbedeutende Schwierigkeit im Charakter des alten Thierberg liegen könne. Ihre Geſinnungen hatten ſo oft die ſeinigen beinahe feindlich durchkreuzt. Man hatte ſich wegen Meinungen ſo oft gezankt, man war oft unzufrieden, beinahe verſtimmt auseinander gegangen. Aber ſie tröſteten ſich damit, daß er doch nie perſönliche Abnei⸗ gung gezeigt habe, und die Vortheile, die für Thierberg aus dieſer Verbindung hervorgingen, erſchienen ſo be⸗ deutend, daß der General, als ſie über die Zugbrücke ritten, ſich ſchon im Geiſte als Vater der ſchönen Anna zu ſehen glaubte, und vertrauungsvoll auf das thierber⸗ giſche Wappen über dem alten Portal zeigte.Muth gewinnt, führen ſie als Symbol im Wappen, flüſterte er ſeinem Sohn zuDas fügt ſich trefflich, denn weißt Du noch, was der Wahlſpruch Deiner Ahnen war?

Der Will' iſt ſtark! rief der junge Willi, freudig erröthend.Muth gewinnt und der Will iſt ſtark!

Im Schloßhof empfing Rantow die Angekommenen. Er entſchuldigte ſeinen Oheim mit einem kleinen gich⸗

tiſchen Anfall, der ihn verhindere, die ſteile Treppe herabzuſteigen und ſeinen Gäſten entgegen zu gehen. Er ſagte dies ſchnell und nicht ohne einige Verlegenheit, die er hinter einem Schwall von Glückwünſchen für Robert Willi zu verbergen ſuchte. Nach den Verhält⸗ niſſen, die gegenwärtig in den alten Mauern von Thier⸗ berg herrſchten, konnte nicht leicht etwas ſtörender wirken als dieſer Beſuch. Man hatte zwar den Vetter