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Aber mit dem Donnerworte Ward ihm aufgethan; Die Du ſucheſt—
wohnen ſchon ſeit langer Zeit auf einem Landgut; ſie werden auch im nächſten Winter nicht zurückkehren, und ſelbſt dies Haus gehört ihnen nicht mehr eigen.
Der Reiſende aus Brandenburg war ſchnell ent⸗ ſchloſſen. Er benützte dieſen Tag, um ſich die freund⸗ liche Stadt zu betrachten, und eilte dann denſelben Weg, welchen er hergekommen war, zurück, nach dem untern Neckarthal, wo der Landſitz ſeines Oheims lag.
Je näher er dieſer reizenden Gegend kam, deſto angenehmer war es ihm, daß er einige Wochen auf dem Lande zubringen ſollte. Er wußte aus eigener Erfah⸗ rung, daß man auf dem Lande, abgeſchnitten von den Zerſtreuungen der Stadt und jener Formen enthoben, die man dort für ſchön und nothwendig, hier für über⸗ flüſſig und läſtig hält, ſchnell bekannt und befreundet wird, daß man ſich, auf eine kleine Geſellſchaft be⸗ ſchränkt, ſchneller nahe rückt.— Etwa eine Stunde von dem Gut bog der Weg von der Hauptſtraße ab. Der Kutſcher, den er gemiethet hatte, deutete auf einen Fußpfad, der in den Wald lief; der Fahrweg wende ſich
um den ganzen Berg her, ſagte er, doch auf dieſem Pfad könne man zu Fuß in bei weitem kürzerer Zeit zum Schloß Thierberg hinaufgelangen. Der junge Mann ſtieg aus; er war bisher auf einem Bergrücken gefahren, ſah nun eine mäßige, mit Wald bewachſene Anhöhe vor ſich, und ſchloß, weil er gehört hatte, das Schloß ſeines Oheims liege im Neckarthal, man müſſe


