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Erinnerung war, ſo fühlte er doch als Mann und als künftiger Gatte Eliſens, daß er dieſem Menſchen, mochte er ſich auch wirklich ſchlecht gezeigt haben, Erklärung ſchuldig ſei. Und wie bebte ſeine Hand, als er ihm in wenigen Zeilen ſagte, daß Eliſens Widerwille unüber⸗ windlich ſei, daß er ihn verſichern könne, daß ſie nie⸗ mals einen Mann mehr lieben werde, welchen ſie auf⸗ zugeben nicht Unrecht gehabt, daß er ſelbſt verſuchen wolle, Palvi's Stelle bei ihr zu erſetzen. Ja, ſeine Hand, ſein Herz bebte, als er dieſe Buchſtaben nieder⸗ ſchrieb; es konnte ihn nicht beruhigen, daß er ſich ins
Gedächtniß recht lebhaft zurückrief, wie niedrig und
elend dieſer Menſch an einer ſo zarten, heiligen Liebe, wie ſie Eliſe gab, gefrevelt habe. Die edeln Züge, das Auge dieſes Mannes ſtanden vor ihm; ſein ſo hoher und liebenswürdiger Geiſt, ſo fein in Urtheil und Be⸗ nehmen, und dennoch ſo wenig ſittliche Würde? Die Erinnerung an jenen Abend, wo ſich ihm dieſer Mann ſo ernſt und doch ſo herzlich genähert hatte, wo er ihm ſein inneres Leben aufſchloß, und ein verarmtes Herz bei ſolchem Reichthum der Gedanken, eine tief ver⸗ wundete Seele bei ſolcher Geſundheit des Geiſtes zeigte, machte ihn ſo wehmüthig, daß er nahe daran war, die kaum geſchriebenen Zeilen zu zerreißen; aber der Ge⸗ danke an Eliſe, die Vermuthung, daß dieſer Palvi ſo ſchöne Empfindung, ſo tiefe Rührung nur geheuchelt haben müſſe, erkälteten ſchnell ſeine warme Theilnahme. Entſchloſſen ſchickte er den Brief ab, und doch däuchte es ihm, als er ſeinen Boten verſchwinden ſah, er habe einen Todespfeil auf ein edles Herz entſendet.


