Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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purpurrothen Federn, auf welchen er die ſchwarze Maske

dieſes Freudentages trug, ein Edikt, das ihn auf ewig von aller Verantwortung wegen Vergangenheit und Zukunft freiſprach. Jene unzähligen Kreaturen jeden Standes, Glaubens und Alters, die er an die Stelle beſſerer Männer gepflanzt hatte, belagerten ſeine Trep⸗ pen und Vorzimmer, um ihm Glück zu wünſchen, und manchen ehrliebenden, biedern Beamten trieb an dieſem Tage die Furcht, durch Trotz ſeine Familie unglücklich zu machen, zum Handkuß in das Haus des Juden. Dieſelben Motive füllten auch Abends die Karne⸗ valſäle. Seinen Anhängern und Freunden war es ein Freudenfeſt, das ſie noch oft zu begehen gedachten; Mähnner, die ihn im Stillen haßten und öffentlich ver⸗ ehren mußten, hüllten ſich zähneknirſchend in ihre Do⸗ minos und zogen mit Weib und Kindern zu ber pracht⸗ vollen Verſammlung der Thorheit, überzeugt, daß ihre Namen gar wohl ins Regiſter eingetragen und die Lücken ſchwer geahndet würden; das Volk aber ſah dieſe Tage als Traumſtunden an, wo ſie im Nauſch der Sinne ihr

drückendes Elend vergeſſen könnten; ſie berechneten

nicht, daß die hohen Eintrittsgelder nur eine neue in⸗ direkte Steuer waren, die ſie dem Juden entrichteten.

Der Glanzpunkt dieſes Abends war der Moment, als die Flügelthüren aufflogen, eine erwartungsvolle Stille über der Verſammlung lag, und endlich ein Mann von etwa vierzig Jahren, mit auffallenden, markirten Zügen, mit glänzenden, funkelnden Augen, die lebhaft

und lauernd durch die Reihen liefen, in den Saal trat.

Er trug einen weißen Domino, einen weißen Hut mit