Brett, ſtreckte ſeine breite Hand aus, um die ſchöne Dame zu empfangen, und hatte ſchon einige gutgemeinte Troſtgründe in Bereitſchaft. Da wandte ſie von dem unendlichen Meer ihr dunkles Auge noch einmal zurück nach dem jungen Mann. Ihre hohe, herrliche Geſtalt ſchwebte kühn auf dem ſchmalen Brett, ihr ſchlanker Hals war nach dem Land zurückgebogen, die ſchwan⸗ Hnden Federn des Hutes ſchienen hinüber zu grüßen. Er breitete die Arme aus, in ſeinen Zügen miſchte ſich die Seligkeit der Liebe mit dem Schmerz der Trennung. Da ſchien ſie ihrer ſelbſt nicht mehr mächtig zu ſein; ſie ſprang über das Brett und hinab auf das Land, und ehe der Bpotsmann die Hände vor Verwunderung zu⸗ ſammenſchlagen konnte, hing ſie ſchoiß an des jungen Mannes Hals, an ſeinen Lippen.„Nein, mhekann nicht über das Meer,“ rief ſie,„ich will bleiben; ich
will Alles thun, was Du willſt, will dieſe Feſſeln eines 1
Glaubens von mir werfen, der mich hindert, meinem beſſern Gefühl zu folgen; Du biſt mein Vaterland, meine Familie, mein Alles; ich bleibe!“
1„Joſephe, meine Joſephe!“ rief der junge Mann, indem er ſie mit ſtürmiſchem Entzücken an ſein Herz
drückte.„Mein, mein auf immer? Ein Gott hat Dein
Herz gelenkt, o ich wäre untergegangen unter der Qual dieſer Trennung!“ Sie hielten ſich noch umſchlungen, als der alte Herr mit haſtigen Schritten über Bord und das Brett herabſtieg und zu der Gruppe trat:„Kin⸗ der,“ ſagte er,„einmal Abſchied zu nehmen wäre ge⸗ nug geweſen; komm, Joſephe, es hilft ja doch zu nichts, ſie werden gleich zum drittenmale ſchießen. 4


