Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Verbindung mit einem Mann, den ſie ſo hoch achtete, als ſie ihn liebte. Allein mit ſich geſtand ſie ſich wohl, daß ein noch edelmüthigerer Gedanke ihre Schritte lenke. Sollte er, ſagte ſie zu ſich,die Blüte des Lebens an ein unglückliches Geſchöpf verlieren, das ihm nur Freundin ſein darf? Soll er den hohen Genuß häus⸗ licher Freuden, das Glück, Kinder und Enkel um ſich zu verſammeln, wegen meiner aufgeben? Nein, er hat mich ſchon einmal verloren, und die Zeit wird auch jetzt ſeinen Schmerz lindern, er wird ein unglückliches Weſen vergeſſen, das ewiß an ihn denken, ihn lieben, für ihn beten wird.

So ſchienen denn jene prophetiſchen Worte Joſe⸗ phens:Auf immer in Erfüllung zu gehen. Don Pedro verließ mit ſeiner neuen Verwandtin das Gut der Gräfin, um durch Holland auf die See zu gehen.

Froͤben, den vielleicht nur der Gedanke, Joſephen bald

nach Portugal nachzufolgen, und dort ihr Freund zu ſein, aufrecht erhielt, geleitete die Geliebte auf der Reiſe durch Deutſchland und Holland; und ſo oft ſie ihn bat, durch längeres Begleiten die Tage der Tren⸗ nung nicht noch ſchwerer zu machen, bat er mit Thränen im Auge:Nur bis ans Meer und dann auf immer!

37.

Im Auguſt dieſes Jahres wurde in Oſtende ein engliſches Schiff klar, das nach Portugal Schiffsgut und Paſſagiere brachte. Es war ein ſchöner Morgen,

die Nebel hatten ſich geſenkt und die Tage ſchienen für

die Fahrt günſtig werden zu wollen. Es war um neun