Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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dig herzu, um den Schlag zu öffnen und der alte Herr ſank in ſeine Arme.Wo iſt ſie, wo habt Ihr ſie, die Tochter meiner Laura? O um der heiligen Jungfrau willen, habt Ihr ſie hier? Sagt an, junger Herr! Wo iſt ſie?

Der junge Mann ſchwieg betreten; er führte den Alten auf der Brücke weiter und ſagte ihm dann, daß ſie nicht weit von dieſer Stadt ſich aufhalte, und morgen wolle er ihn zu ihr führen.

Der Spanier hatte Freudenthränen im Auge.Wie

danke ich Euch für die Nachrichten, die Ihr mir ge⸗ geben! ſprach er.Sobald ich Urlaub bekommen

hatte, ſetzte ich mich mit Diego in den Wagen und ließ mich von W. bis hier täglich ſechs Meilen fahren, denn länger hielt ich es nicht aus. Und lebt ſie glücklich? Sieht ſie ihrer Mutter ähnlich, und was erzählt ſie von Laura Tortoſt? Fröben verſprach auf ſeinem Zimmer alle ſeine Fragen zu beantworten. Er ließ, nachdem ſich der Spanier ein wenig ausgeruht und umgekleidet hatte, Xeres bringen, ſchenkte ein, Diego reichte, wie

damals, die Cigarren, und als Don Pedro recht bequem

ſaß, fing der junge Mann ſeine Erzählung an. Mit ſteigendem Intereſſe hörte ihn der Spanier an; zu gro⸗

ßem Aergerniß Diego's ließ er ſeit zwanzig Jahren zum

erſtenmal die Cigarre ausgehen, und als der junge Mann an jene empörende Scene zwiſchen Faldner und

der unglücklichen Frau kam, da konnte er ſich nicht

mehr halten; ſein altes, ſüdliches Blut kochte auf; er drückte den Hut tief in die Stirne, wickelte den linken Arm in den Mantel und rief mit hlitzenden Augen: