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Hauſe erduldete, erträglich geſchienen hätte, und der
Baron, wenn ihn auch in manchen einſamen Stunden Reue anwandelte, ſuchte Zerſtreuung in ſeinen Geſchäf⸗ ten und Troſt in dem Gedanken, daß ja Niemand ſeine Schande erfahren habe, eine Bettlerin von zweideutigem Charakter zur Frau von Faldner gemacht zu haben.
36.
Einige Wochen nach dieſem Vorfall ging Fröben in Nainz, wohin er ſich, um doch in Joſephens Nähe zu ſein, zurückgezogen hatte, auf der Rheinbrücke Abends hin und wieder. Er gedachte der ſonderbaren Verkettung des Schickſals, er dachte an mancherlei Auswege, die ihn und die geliebte Frau vielleicht noch glücklich machen könnten; da fuhr ein Reiſewagen über die Brücke her, deſſen wunderlicher Bau die Aufmerkſamkeit des jungen Mannes ſchon von weitem auf ſich zog. Bald aber haftete ſein Auge nur noch an dem Bedienten, der auf dem Bock ſaß; dieſes braungelbe heitere Geſicht, das
neugierig um ſich ſchaute, ſchien ihm eben ſo bekannt,
als die grellen Farben der Livree. Als der Wagen, der ſich auf der Brücke nur im Schritt weiter bewegen durfte, näher herankam, bemerkte auch der Diener den jungen Mann und rief:„San Jago di Compoſtella! Das iſt er ja ſelbſt!“ Er riß das Wagenfenſter auf, das ihn von dem Innern des Wagens trennte, und ſprach eifrig hinein. Alſobald wurde auf der Seite des
Wagens ein Fenſter niedergelaſſen und herausfuhr das
wohlbekannte Geſicht Don Pedro's de San Montanjo
Ligez. Der Wagen hielt; der junge Mann ſprang freu⸗


