Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Ihr Vater und ihre Mutter waren von gutem Hauſe ¹

Fabeln, Dichtung! Daß ich mich ſo fangen ließ; eben ſo gut hätte ich die Kellnerin aus der Schenke heirathen können, wenn ſie ein Bierglas im Wappen führte und ein falſches Zeugniß ihrer Geburt brachte!

Das iſt in meinen Augen das Geringſte bei der Sache; die Hauptſache iſt, daß Du ſie gleich von An⸗ fang wie eine Magd behandelteſt und nicht wie Deine Frau; ſie könnte Dich nie lieben; Ihr paßt nicht für einander.

Das iſt das rechte Wort, entgegnete der Baron, wir paſſen nicht zuſammen; der Freiherr von Faldner und eine Bettlerin können nie zuſammen paſſen. Und jetzt freut es mich erſt recht, daß ich meinem Kopf folgte und ſie ſo behandelte, die Dirne hat es nicht beſſer verdient. Ich hab' es ja gleich geſagt, ſie hat ſo etwas Gemeines an ſich. 3

Dieſe Rohheit empörte den jungen Mann, er wollte ihm etwas Bitteres entgegnen, aber er bezwang ſich, um Joſephen nützlich zu ſein. Er redete mit dem Baron ab, was hierin zu thun ſei, und ſie kamen dahin überein, daß ſie die ganze Sache vor die bürgerlichen Gerichte bringen und gegenſeitige Abneigung als Grund zur Trennung angeben ſollten. Freilich konnte bei ihren Glaubensverhältniſſen keiner der beiden Theile hoffen, in einer neuen Verbindung Troſt zu finden; aber Joſe⸗ phen, wenn ſie auch mit Schrecken in eine hülfloſe Zu⸗ kunft blickte, ſchien kein Loos ſo ſchwer, daß es nicht gegen die unwürdige Behandlung die ſie in Faldners