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Züge, wie man ſie nie in Gemälden der Phantaſie, ſon⸗ dern nur bei guten Porträts findet? Es iſt ein Porträt, ſag' ich Ihnen, Seüor, und bei Gott kein anderes, als das der Donna Laura, wie ich ſie vor zwanzig Jah⸗ ren geſehen in dem lieblichen Valencia.“
„Mein verehrter Herr,“ erwiderte ihm Fröben,„es gibt Ähnlichkeiten, täuſchende Ähnlichkeiten; man glaubt oft einen Freund ſprechend getroffen zu ſehen, nur in ſonderbarem, veralteten Coſtüm, und wenn man fragt, iſt es ſein Urahn aus dem dreißigjährigen Kriege, oder überdies gar noch ein Fremder. Ich gebe auch zu, daß dieſes Bild ſogenannte Familienzüge trage, daß es der liebenswürdigen Donna Laura gleiche, aber dieſes Bild, dieſes iſt alt, und ſoviel weiß man wenigſtens aus Re⸗ giſtern und Kirchenbüchern, daß es in der Magdalenen⸗ kirche zu Krer ſchon ſeit hundertundfünfzig Jahren hing, durch zufällige Stiftung, nicht auf Beſtellung in die Kirche kam, und nach allen Anzeigen von dem deutſchen Maler Lucas Cranach gefertigt wurde.“—
„So hole der lebendige Satan meine Augen!“ rief Don Pedro ärgerlich, indem er aufſprang und ſeinen Hut nahm.„Ein Blendwerk der Hölle iſts; ſie will mich in meinen alten Tagen noch einmal durch dies Gemälde in Wehmuth und Gram verſenken.“ Thränen ſtanden dem alten Manne in den Augen, als er mit haſtigen, dröhnenden Schritten die Galerie verließ..
5. Aber dennoch war er auch jetzt nicht zum letztenmal
a geweſen. Froͤben und er ſahen ſich noch oft vor dem W. Hauffs Werke. 1I. 2 1


