Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſtaunt; er zweifelte an dem geſunden Verſtand des Alten, und doch ſchienen ihn ſeine Worte aufs Höchſte zu ſpan⸗ nen.Dies Bild iſt wohl reine Phantaſie, mein Herr, iſt zum wenigſten mehre hundert Jahre alt!

Alſo glauben Sie das Mährchen auch? flüſterte der Alte;unter uns geſagt, diesmal wurde der Scharf⸗ blick der Eigenthümer doch getäuſcht; ich kenne ja die Dame.

Um Gotteswillen, Sie kennen ſie? wo iſt ſie jetzt? wie heißt ſie? ſprach Fröben heftig bewegt, indem er die Hand des Spaniers faßte.

Sage ich lieber, ich habe ſie gekannt, antwortete dieſer mit zitternder Stimme, indem er das feuchte Auge zu der Dame aufſchlug.Ja, ich habe ſie gekannt, in Valencia vor zwanzig Jahren; eine lange Zeit! Es iſt Niemand anders, als Donna Laura Tortoſi.

Zwanzig Jahre! wiederholte der junge Mann traurig und niedergeſchlagen.Zwanzig Jahre, nein, ſie iſt es micht!

Sie iſt es nicht? fuhr Don Pedro hitzig auf. Nicht, ſagen Sie? So können Sie glauben, ein Maler habe dieſe Züge aus ſeinem Hirn zuſammengepinſelt? Doch ich will nicht ungerecht ſein; es war wohl ein tüchtiger Mann, der ſie malte, denn ſeine Farben ſind wahr und treu, treu und friſch, wie das blühende Leben.

Aber glauben Sie, daß ein ſolcher Künſtler aus ſeiner

Phantaſie nicht ein ganz anderes Bild erſchafft? Finden

Sie nicht, ohne die Familie Tortoſi zu kennen, daß dieſe Dame offenbar Familienähnlichkeit haben müſſe, Fami⸗ lienzüge, beſtimmt und klar von der Natur ausgeſprochen,