Intereſſe an dem Bilde haben muß, da er es ſchon ſo lange beſucht.“ 4 „Herr! Sechs Monate?“ rief der Alte.„Nein, dem habe ich bitter Unrecht gethan in meinem Herzen, Gott mag es mir verzeihen! Ich glaube gar, ich habe ihn unhöflich behandelt im Unmuth. Und iſt ein Cava⸗ lier, ſagen Sie? Nein, man ſoll von Pedro de Ligez nicht ſagen können, daß er einen fremden Mann unhöf⸗ lich behandelte. Ich bitte, ſagen Sie ihm— doch laſ⸗ ſen Sie das, ich werde ihn wieder treffen und mit ihm ſprechen.“ 4. 4 Als er den andern Tag ſich wieder einfand und Frö⸗ ben ſchon vor dem Gemälde traf; trat er auch hinzu mit recht freundlichem Geſicht; als aber der junge Mann ehrerbietig auf die Seite wich, um dem alten Herrn den beſſern Platz einzuräumen, verbeugte ſich dieſer höflich grüßend und ſprach:„Wenn ich nicht irre, Seüor, ſo hab' ich Sie ſchon mehremale vor dieſem Gemälde verweilen ſehen.— Da geht es Ihnen wohl gleich mir; auch mir iſt dieſes Bild ſehr intereſſant, und ich kann es nie genug betrachten.“
Fröben war überraſcht durch dieſe Anrede; auch ihm waren die Beſuche des Alten vor dem Bilde aufgefallen, er hatte erfahren, wer Jener ſei, und nach der ſteifen, kalten Begrüßung von geſtern war er dieſer freundlichen Anrede nicht gewärtig.„Ich geſtehe, mein Herr!“ er⸗ widerte er nach einigem Zögern,„dieſes Bild zieht mich vor allen andern an; denn— weil— es liegt etwas


