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gar, er will mein graues Haar verhöhnen.“ Er verließ⸗ noch unmuthiger als ehegeſtern das Gemach.
Im Vorſaal ſtieß er auf einen Eigenthümer der Galerie; er ſagte ihm herzlichen Dank für den Genuß den ihm die Sammlung bereitete, konnte ſich aber nicht 4 enthalten, über den jungen Ruheſtörer ſich etwas zu eklagen.„Herr B.,“ ſagte er,„Sie haben vielleicht bemerkt, daß vorzüglich eines Ihrer Bilder mich anzog; es intereſſirt mich unendlich, es hat eine Bedeutung für mich, die— ich Ihnen nicht ausdrücken kann. Ich kam, ſo oft Sie es vergönnten, um das Bild zu ſehen, freute mich recht, es ungeſtört zu ſehen, weil doch gewöhnlich die Menge nicht lange dort verweilt, und— denken Sie ſich, da hat es mir ein junger, böſer Menſch abge⸗ lauſcht, und kömmt, ſo oft ich komme, und bleibt, mir zum Trotze bleibt er ſtundenlang vor dieſem Bilde, das ihn doch gar nichts angeht!“
Herr B. lächelte; denn recht wohl konnte er ſich denken, wer den alten Herrn geſtört haben mochte. „Das Letztere möchte ich denn doch nicht behaupten,“ aantwortete er;„das Bild ſcheint den jungen Manneben⸗
falls nahe anzugehen, denn es iſt nicht das erſtemal, daß er es ſo lange betrachtet.“ „Wie ſo? Wer iſt der Menſch?“ 4 8„Es iſt ein Herr von Fröben,“ fuhr Jener fort, der ſſcch ſeit fünf, ſechs Monaten hier aufhält, und ſeit er das erſtemal jenes Bild geſehen, eben jene Dame mit deem Federhut, das auch Sie beſuchen, kömmt er alle Kage regelmäßig zu dieſer Stunde, um das Bild zu. Petrachten. Sie ſehen alſo zum wenigſten, daß er 8*
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