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„Béte, was wollen dieſe Herren?“ rief der Kranke mit ſchwacher Stimme dem kleinen Lakaien zu.„Du weißt ja, ich nehme keine Beſuche an.“
Der Direktor trat dicht vor ihn hin, ſah ihn feſt an und ſagte mit Nachdruck:„Chevalier de Planto!“
„Qui vive?“ ſchrie der Kranke, und fuhr mit der Rechten an die Schlafmütze, als wolle er militäriſch ſalutiren. 3
„Mein Herr, Sie ſind der Chevalier de Planto?“ fuhr Jener fort.
Die grauen Augen fingen an zu glänzen, er warf ſtechende Blicke auf den Direktor und den Referendär, ſchüttelte mit höhniſcher Miene den Kopf und antwor⸗ tete:„der Chevalier iſt längſt todt.“
„So? Wer ſind denn Sie? Antworten Sie; ich frage im Namen des Königs.“
Der Kranke lachte;„Ich nenne mich Lorier; hôte,
gib dem Herrn meine Päſſe!“
„Iſt nicht nöthig; kennen Sie dies Tuch, mein Herr?“
„Was werde ich es nicht kennen, Sie haben es da
von meinem Stuhl weggenommen; wozu dieſe Fragen,
wozu dieſe Scenen? Sie geniren mich, mein Herr!“ „Belieben Sie auf Ihre linke Hand zu ſchauen,“
ſagte der Direktor;„dort halten Sie ja Ihr Tuch;
dieſes hier fand ſich im Hauſe einer gewiſſen Guiſeppa
Bianetti.“
Der Kranke warf einen wüthenden Blick auf die
Mähnner; er ballte ſeine Fauſt und knirſchte mit den
Zähnen; er ſchwieg hartnäckig, obgleich der Direktor
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