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ſeine Fragen wiederholte. Dieſer gab jetzt dem Doktor einen Wink; er ging hinaus und erſchien bald darauf mit der Sängerin, dem Kapellmeiſter Boloni und dem erſchen Geſandten in dem Zimmer.
„Herr Baron von Martinow,“ wandte ſich der Direktor zu dieſem,„erkennen Sie dieſen Mann für denſelben, den Sie in Paris als Chevalier de Planto kannten?“
„Ich erkenne ihn für denſelben,“ antwortete der Baron,„und wiederhole meine Ausſagen über ihn, die ich früher zu Protokoll gab.“
„Guiſeppa Bianetti! erkennen Sie ihn für denſelben, der Sie aus dem Hauſe Ihres Stiefvaters führte, in ſein Haus nach Paris brachte, für denſelben, den Sie eines Mordverſuches beſchuldigen?“
Die Sängerin bebte bei dem Anblick des fürchter⸗ lichen Mannes; ſie wollte antworten, aber er ſelbſt erſparte ihr jedes Geſtändniß. Er richtete ſich hoͤher auf, ſeine wollene Mitze ſchien ſpitziger aufzuſtehen, ſeine Arme waren ſteif, er ſchien ſie mit Mühe zu be⸗ wegen, aber ſeine Finger krallten ſich krampfhaft auf und zu; ſeine Stimme ſchlich ſich nur noch leiſe und heiſer aus der Bruſt herauf, ſelbſt ſein Lachen und ſeine Flüche wurden beinahe zum Geflüſter.„Kommſt Du mich zu beſuchen, Schepperl?“ ſagte er.„Das iſt ſchön von Dir. Nicht wahr, Du weideſt Dich recht an meinem Anblick? Es iſt mir wahrhaftig leid, daß ich Dich nicht beſſer getroffen, ich hätte Dir dadurch den Schmerz erſpart, Deinen Oheim vor ſeiner Abreiſe von dieſen deutſchen Thieren verhöhnt zu ſehen.“


