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und floh aus dem Zimmer. Noch auf den unterſten Treppen hörte er das gräßliche Lachen des Mörders.
12.
Am Morgen nach dieſer Nacht fuhr ein hübſcher Stadtwagen vor dem Hotel de Portugal vor. Es ſtie⸗ gen drei Perſonen, eine verſchleierte Dame und zwei ältliche Herren, heraus und ſtiegen die Treppe hinan. „Iſt der Herr Oberjuſtizreferendarius Pfälle ſchon oben?“ fragte der eine dieſer Herren den Kellner, der ſie hinaufführte. Dieſer bejahte, und der Herr fuhr
fort:„Und doch iſt es eine ſonderbare Fügung des
Schickſals, daß er die Treppe herabſtürzt und ſich ſelbſt den Dolch in die Bruſt ſtößt, daß er ſich ſelbſt verhin⸗ dert, zu entfliehen, daß gerade Sie, Lange, zu ihm be⸗ ſchieden werden!“
„Gewiß,“ ſagte die verſchleierte Dame,„finden Sie aber nicht auch ein eigentliches Verhängniß in dieſen Schnupftüchern? Das eine mußte er bei mir liegen laſſen, welcher Zufall! das andere muß er gerade in dem Augenblick verlangen, wo der Doktor noch bei ihm iſt.“
„Es mußte ſo gehen,“ erwiderte der zweite Herr, „man kann nichts ſagen, als es mußte ſo kommen. Aber in dieſem Strudel hätte ich beinahe etwas ver⸗ geſſen; ſagen Sie, was iſt denn mit dem Paſcha von Janina? Signora mußte ſich offenbar getäuſcht haben. Sie haben ihn wieder auf freien Fuß geſetzt? Wer war der arme Teufel?“
„Mit nichten und im Gegentheil,“ ſprach der erſtere⸗


