Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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denkt er an ſein Gepäck; ja, einen ſchweren Pack Sün⸗ den nimmt er mit, der Unmenſch. Es iſt nicht an den

Himmel zu malen, was er geflucht und gottesläſterliche

Reden geführt hat.

Der Mediecinalrath faßte noch einmal die Hand des Kranken.Faſſen Sie Vertrauen zu mir, ſagte er; vielleicht kann Ihnen die Kunſt doch noch nützen; Ihr Diener ſagt mir, es ſei Ihnen eine Schwußwunde wieder aufgegangen; laſſen Sie mich unterſuchen. Murrend bequemte ſich der Kranke dazu, er deutete auf ſeine Bruſt. Der Arzt nahm einen ſchlechtgemachten Verband weg, er fand eine Stichwunde nahe am Herzen. Sonderbar! es war dieſelbe Größe, derſelbe Ort, wie die Wunde der Sängerin.

Das iſt eine friſche Wunde, ein Stich! rief der Doktor und ſah den Kranken mißtrauiſch an.Woher haben Sie dieſe Wunde?

Sie glauben wohl, ich habe mich geſchlagen? Nein⸗ beim Teufel! Ich hatte ein Meſſer in der Bruſttaſche, fiel eine Treppe herab und habe mich ein wenig geritzt.

Ein wenig geritzt! dachte Lange.Und doch wird er an dieſer Wunde ſterben.

Er hatte indeſſen Limonade bereitet und bot ſie dem Kranken; dieſer führte ſie mit unſicherer Hand zum Munde, ſie ſchien ihn zu erquicken. Er war einige Mo⸗ mente ſtill und ruhig; doch, als er ſah, daß er einige Tropfen auf die Decke gegoſſen hatte, fing er an zu fluchen und verlangte ein Schnupftuch. Der Lakai flog

zu einem Koffer, ſchloß auf und brachte ein Tuch heraus

der Doktor ſah hin, eine ſchreckliche Ahnung ſtieg in