Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Hal wer mir einen ſolchen gäbe! rief Jener.Er ſei mein Freund, mein Engel, mein Gott, ich will ihn anbeten!

Es iſt zwar in der angeführten Stelle von einem Schwert die Rede, womit man der Otternbrut eine brennende Wunde verſetzen will; nichts deſtv weniger aber will ich Sie überzeugen; jener Geſandte, der die arme Guiſeppa in ſeinem Hauſe aufnahm, logirt zu⸗ fällig hier im Hauſe auf Nr. 63 belieben Sie einen Frack anzuziehen und ein Halstuch umzuknüpfen, ſo werde ich Sie zu ihm führen; er hat mir verſprochen, Sie zu überzeugen.

Der junge Mann drückte gerührt die Hand des Arz⸗ tes; doch auch jetzt noch konnte er ein gewiſſes erhabe⸗ nes Pathos nicht verbergen.Ihr wart mein guter Engel, ſagte er:wie vielen Dank bin ich für dieſen Wink Euch ſchuldig; ich fahre nur geſchwind in meinen Frack, und ſogleich folg' ich Euch zu dem Geſandten.

9.

Die Ausſöhnung mit dem Geliebten ſchien beinahe noch von größerer Wirkung anf die Sängerin zu ſein, als die kunſtreichſten Tränklein ihres Arztes. Ihre Ge⸗ ſundheit beſſerte ſich in den nächſten Tagen zuſehends, und bald war ſie ſo weit hergeſtellt, daß ſie die Beſuche m theilnehmenden n Freunde außer dem Bette empfan⸗ nte. Dieſe Wendung ihres Zuſtandes mochte der Direktor der Polizei abgewartet haben, um die Sache

weiter zu verfolgen. Er war ein umſichtiger Mann,