Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
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und der Ruf ſagte von ihm, daß ihm nicht leicht einer entgehe, auf den er einmal ſein Auge geworfen, ſollte er auch hundert und mehrere Meilen entfernt ſein. Von dem Medicinalrath war ihm die Geſchichte der Sängerin mit⸗ getheilt worden, er hatte ſodann mit dem Baron Marti⸗ now noch weitere Rückſprache genommen und Einiges er⸗ fahren, was ihm von großem Intereſſe ſchien. Der Ge⸗ ſandte hatte ihm neulich geſtanden, daß er von dem Vor⸗ fall mit der jungen Bianetti Gelegenheit genommen, das ruchloſe Leben des Chevalier de Planto höheren Orts zu berühren. Er hatte nicht verſäumt, hauptſächlich den Umſtand, daß jenes arme Kind eigentlich verkauft wurde, ins rechte Licht zu ſetzen. Jenes berüchtigte Haus wurde kurze Zeit darauf von der Polizei aufgehoben, und der Baron ſchien dies hauptſächlich den Schritten, die er in der Sache gethan, zuzuſchreiben. Auch er hatte von dem Tod des Chevaliers gehört, glaubte aber mit dem Po⸗ lizeidirektor, daß dies nur ein Kunſtgriff geweſen ſei, um ſein Gewerbe ſicherer fortzuſetzen; denn beide hegten keinen Zweifel, jener Mordverſnch an der Sängerin könne nur von dieſem ſchrecklichen Menſchen herrühren. Wie ſchwer war es aber, der Spur dieſes Mörders zu folgen; die Fremden die ſich damals zu B. aufhielten, waren, wie der Direktor verſicherte, alle unverdächtig; nur zwei Umſtände konnten zu Gewiſſerem führen; das

Schnupftuch, welches ſich im Zimmer der Bianetti ge⸗

funden hatte, konnte, wenn man irgendwo ein ähnliches ſah, zur Entdeckung leiten; es war daher die genaueſte Beſchreibung davon in den Händen aller jener Näthe⸗ rinnen und Waſchfrauen, welche die Garderobe der

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