141 † Ich war außer mir. Wer gibt Dir dieſes Recht, mir ſolche Zumuthungen zu machen? rief ich. Wohlan! ſage der Stadt, was Du willſt; aber auf der Stelle 5 verlaſſe dieſes Haus! Ich rufe die Nachbarn. „Ich hatte einige Schritte gegen das Fenſter gethan, er lief mir nach, packte meinen Arm.„„Wer mir das Recht gibt?““ ſprach er.„„Dein Vater, Täubchen, Dein Vater.““ Ein teufliſches Lachen tönte aus ſeinem Mund, der Schein der Kerze fiel auf ein paar graue, ſtechende Augen, die mir nur zu bekannt waren. In demſelben Moment war mir klar, wen ich vor mir hatte; ich wußte jetzt, daß ſein Tod nur ein Blendwerk war, das er zu irgend einem Zweck erfunden hatte; die Verzweiflung gab mir übernatürliche Kraft; ich rang mich los, ich wollte ihm ſeine Maske abreißen. Ich.* kenne Euch, Chevalier de Planto, rief ich, aber Ihr ſollt den Gerichten Rechenſchaft über mich geben müſſen. „„So weit ſind wir noch nicht, Täubchen,““ ſagte er, und in demſelben Augenblick fühlte ich ſein Eiſen in meiner Bruſt, ich glaubte zu ſterben.“—
Der Doktor ſchauderte; es war heller Tag, und doch graute ihm, wie wenn man im Dunkeln von Ge⸗ ſpenſtern ſpricht. Er glaubte das heiſere Lachen dieſes 4 Teufels zu hören, er glaubte hinter den Gardinen des 35 Bettes die grauen, ſtechenden Augen dieſes Ungeheuers glänzen zu ſehen.„Sie glauben alſo,“ ſagte er nach einer Weile,„daß der Chevalier nicht todt iſt, daß es derſelbe iſt, der Sie ermorden wollte?“ 3 „Seine Stimme, ſein Auge überzeugten mich; das Tuch, das ich Ihnen geſtern gab, machte es mir zur


