Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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rettete mich. Um dieſe Zeit ſchliefen noch alle, ſogar ein großer Theil der Domeſtiken. Nur der Portier war zu fürchten. Doch konnte er denken, daß Jemand aus dieſem Tempel der Herrlichkeit entfliehen werde? Ich wage es; ich warf mein ſchwarzes, unſcheinbares Mäntelchen um mich, eilte die Treppe hinab; meine Knie ſchwankten, als ich an der L Poge des Portiers vor⸗ beiging; er bemerkte mich nicht; drei Schritte, und ich war frei.

Rechts über die Straße hinüber wohnte das ita⸗ lieniſche Mädchen. Ich ſprang über die breite Straße, ich pochte am Haus, ein Diener öffnete. Ich fragte nach der Signora mit dem ſchwarzen Lockenköpfchen, die Italieniſch ſpreche. Der Diener lachte und ſagte, ich meine wohl die kleine Excellenza Seraphina;dieſelbe, dieſelbe, antwortete ich,führen Sie mich geſchwind zu ihr.¹ Er ſchien anfangs Bedenken z8 tragen, weil es noch frühe am Tage ſei, doch meine Bitten überre⸗ deten ihn. Er führte mich in den zweiten Stock in ein Zimmer, hieß mich warten und rief dann eine Zofe, der Excellenza mich zu melden. Ich hatte mir gedacht, das hübſche italieniſche Mädchen werde meines Stan⸗ des ſein; ich ſchämte mich, einer höheren mich zu ent⸗ decken, aber man ließ mir keine Zeit, mich zu beſinnen; die Zofe erſchien, mich vor das Bett ihrer Gebieterin zu führen. Ja, ſie war es, es war die ſchöne junge Dame, die ich hatte Italieniſch ſprechen hören. Ich ſtürzte vor ihr nieder und flehte ſie um ihren Schutz an; ich mußte ihr meine ganze Geſchichte erzählen. Sie ſchien gerührt und verſprach mich zu retten. Sie ließ