Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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nes unſcheinbares Papier. Dieſem bin ich meine Rettung ſchuldig. Ich fand es eines Morgens unter dem Bröd⸗ chen meines Frühſtücks, ich weiß nicht, von welcher gütigen Hand es kam, aber möge der Himmel das Herz belohnen, das ſich meiner erbarmte. Es lautet:

8Mademoiſelle!

Das Haus, welches Sie bewohnen, iſt ein Freu⸗ denhaus; die Damen, die Sie um ſich ſehen, ſind Freu⸗ denmädchen; ſollten wir uns in Giuſeppa geirrt haben? Wird ſie einen kurzen Schimmer von Glück mit langer Reue erkaufen wollen?

Es war ein ſchreckliches Licht, es drohte mich völlig zu blenden, denn es zerriß beinahe zu plötzlich meinen unſchuldigen Kinderſinn und den Traum von einer un⸗ beſorgten glücklichen Lage. Was war zu thun? Ich hatte in meinem Leben noch nicht gelernt, Entſchlüſſe zu faſſen. Der Mann, dem dieſes Haus gehörte, war mir ein fürchterlicher Zauberer, der jeden meiner Ge⸗ danken leſen könne, der jetzt ſchon darum wiſſen müſſe was ich erfahren. Und dennoch wollte ich lieber ſterben, als noch einen Augenblick hier verweilen. Ich hatte ein Mädchen gerade über von unſerer Wohnung zuweilen italieniſch ſprechen hören; ich kannte ſie nicht, aber kannte ich denn ſonſt Jemand in dieſer ungeheuren Stadt? Dieſe vaterländiſchen Klänge erweckten Zu⸗ trauen in mir; zu ihr wollte ich flüchten, ich wollte ſie auf den Knieen anflehen, mich zu retten. 8

Es war ſieben Uhr frühe; ich war meiner länd⸗ lichen Gewohnheit treu geblieben, ſtand immer frühe auf und pflegte gleich nachher zu frühſtücken, und dies

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