Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Mädchen und die zahlreiche Dienerſchaft ſtimmten ein mit einem rohen, ſchallenden Gelächter.

Schöne Kleider, prachtvolle Zimmer zerſtreuten mich. Ich wurde am folgenden Abend herrlich gekleidet; man führte mich in den Salon. Die zwölf Mädchen ſaßen im ſchönſten Putz an Spieltiſchen, auf Kanapees, am Flügel. Sie unterhielten ſich mit jungen und ältern Herren ſehr lebhaft. Als ich eintrat, brachen alle auf, gingen mir entgegen und betrachteten mich. Der Herr des Hauſes führte mich zum Flügel; ich mußte ſingen; allgemeiner Beifall wurde mir zu Theil. Man zog mich ins Geſpräch, meine ungebildeten, halb italieniſchen Ausdrücke galten für Naivetät; man bewunderte mich, ich erröthe heute noch, mit welchen Worten man mir dieſes ſagte. So ging es mehre Tage herrlich und in Freuden. Ich lebte ungenirt, ich hätte zufrieden leben können, wenn ich mich nicht höchſt unbehaglich, beinahe bänglich in dieſem Hauſe, in dieſer Geſellſchaft gefühlt hätte; in meiner naiven Unſchuld glaubte ich, ſo ſei nun einmal die große Welt, und man müſſe ſich in ihre Sitten fügen. Eines fiel mir jedoch auf, als ich an einem Abende zufällig an der Treppe vorbeiging, ſah ich, daß die Herren, die uns beſuchten, dem Portier Geld gaben, dafür blaue oder rothe Karten bekamen, und ſolche einem Bedienten vor dem Salon wieder über⸗ gaben. Ein junger Stutzer, der an mir vorüberkam, wies mir mit zärtlichen Blicken eine dieſer rothen Karten; ich weiß heute noch nicht, warum ich darüber erröthete. Aber hören Sie weiter, was ſich alsbald zutrug.

Sehen Sie, lieber Doktor, hier habe ich ein klei⸗