Zu rühmen iſt auch, daß Hauff immer wieder zu ſeinen Mährchen zurückkehrte, und ſo mitten unter jenen vom Publikum ſo günſtig aufgenommenen Darſtellungen des geſelligen Lebens ſich zu den Gebilden einer freieren Phantaſie zurückſehnte. Als Früchte dieſer Sehnſucht ſind die beiden ſpätern Jahrgänge des Mährchenal⸗ manachs zu betrachten.
Nach Vollendung ſeines Lichtenſteins verließ Hauff ſeine bisherigen Verhältniſſe. Der Ertrag ſeiner litera⸗ riſchen Arbeiten erlaubte ihm eine Reiſe durch Dentſch⸗ land und nach Frankreich.
Seine Liebenswürdigkeit erwarb ihm auf dieſen Wanderungen allenthalben, beſonders in Dresden, Berlin und den Hanſeſtädten perſönliche Freunde unter allen Klaſſen der Geſellſchaft.
Der Direktor Hitzig von Berlin, der edle Freund alles Schönen und Guten, hielt ſich im Herbſt 1826 Amtsgeſchäfte halber in Hamburg auf. Dort hörte er von Hauffs Anweſenheit, gewann Intereſſe für ihn durch das, was ihm berichtet wurde, und ſuchte Hauff im Gaſthofe, den jener bewohnte, auf. Dieſe Bekannt⸗ ſchaft trug iyre Früchte in Berlin, wohin Hauff bald ging, und Hitzig nach vollendeten Geſchäften zurück⸗ kehrte. Der Letztere bemühte ſich, dem jungen, liebens⸗
würdigen Würtemberger den Aufenthalt in der preußi⸗ ſchen Hauptſtadt ſo angenehm als möglich zu machen, namentlich dadurch, daß er ihn mit ausgezeichneten Männern in Verbindung brachte. Wie dankbar und mit rührender Liebe dies der heitere Hauff erkannte, geht


