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zigen Ueberblicke zu überſchauen, wird dieſe kleine Samm⸗ lung nach ihrem wahren Werthe gewürdigt werden, und ich glaube nicht zu viel zu ſagen, wenn ich behaupte, daß Hauffs eigentliches Dichtertalent in keiner ſpä⸗ tern Produktion ſich ſo rein, und von Fremdartigem und Zufälligem ſo ungetrübt ausgeſprochen hat; daß er nirgends der Poeſie mit denjenigen Mitteln, die ihm dazu verliehen waren, ſo auf die rechte Spurkgekommen, wie in dieſen Mährchen, deren urſprünglicher Stoff zwar größtentheils nicht ihm ſelbſt angehört, die jedoch mit ſo freiem Phantaſieſpiele behandelt, und dabei doch ſo ſchön abgerundet ſind, daß ſie auch in dieſer Beziehung unter ſeinen Werken obenan ſtehen.
Unmittelbar auf dieſen erſten Mährchenalmanach folgen die„Mittheilungen aus den Memoiren des Satan“(Stuttg. 1826), ein mehr fragmentari⸗ ſches Werk, als jene künſtleriſch abgeſchloſſenen Mähr⸗ chen, das jedoch ebenfalls reich an den ſchönſten Proben jener hellen Phantaſie, jener glücklichen Auffaſſungs⸗ und Darſtellungsgabe iſt, die ſein Haupttalent ausmachte, und in dem ſich überdies der Scherz, ſoweit das äußer⸗ lich Lächerliche ſeinen Gegenſtand ausmacht, ſchon dich⸗ teriſcher zeigte. Die barocke Studentenwelt, von deren Anſchauung der junge Mann eben erſt herkam, gab ihm hier vielfache Gelegenheit, ſein Talent zu üben; auch ließ ſich hier die phantaſtiſche Idealität, mit welcher der Verfaſſer in den Mährchen ſo glücklich geweſen war, noch ohne Gefahr für die Poeſie mit der Realität verſchmel⸗ zen. Weniger gelang dem noch allzu unerfahrenen Jüng⸗ linge in jener Schrift die Perſiflage des übrigen geſelli⸗


