Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Liedder Kranke durch Ahnung frühen Todes aus. In Tühingen begeiſterten ihn die Freiheitsideen des neueſten Burſchenlebens. Eine Auswahl ſeiner lyriſchen Verſuche findet der Leſer in dieſer Sammlung. Nachdem Hauff, mehr der Mutter zu gefallen, als nach eigener Neigung, im Seminar zu Tübingen das Studium der Philologie, Philoſophie und Theologie in den Jahren 1820 1824 abſolvirt hatte, fand er in dem Hauſe des damaligen Kriegsrathspräſidenten, jetzigen Kriegsminiſters, Freiherrn von Hügel zu Stutt⸗ gart, eine Anſtellung als Hauslehrer, und bekleidete dieſe Stelle, die ihm Zeit zum Beginnen ſeiner ſchrift⸗ ſtelleriſchen Laufbahn ließ, bis ins Jahr 1826. In die⸗ ſer liebenswürdigen Familie lernte er die Formen des höheren geſelligen Lebens in der Nähe kennen, der hei⸗ tere, natürliche Ton des Hauſes erlaubte ihm, manches ſchöne friſche Bild aus dem Leben ſelbſt aufzufaſſen, und ſolche lebendige Eindrücke blühten unmittelbar, nachdem er ſie empfangen hatte, als irgend eine anmuthige Schil⸗ derung in ſeinen Dichtungen wieder auf.

Das erſte kleine Werk, mit welchem er öffentlich auftrat, iſt derMährchenalmanach auf das Jahr 1826 für Söhne und Töchter gebildeter Stände. Er erſchien für das Jahr 1826 bei Metzler, und iſt jetzt der Ge⸗ ſammtausgabe ſeiner Schriften einverleibt. Die meiſten H Leſer werden dieſe früheſte Schrift Hauffs hier zum er⸗ ſtenmale kennen lernen, denn ſie iſt nicht ſehr verbreitet, und für den Augenblick durch ſeine ſpätern, glänzenden Arbeiten verdunkelt worden. Jetzt, wo man Gelegen⸗ heit hat, die Leiſtungen ſeines Talentes mit einem ein⸗ 4