Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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richtet er hier an einen Freund:Ueber Wilhelm ſchreibe ich Dir nichts, Du magſt ihn ſelbſt prüfen. Man will große Aehnlichkeit mit mir in ihm finden; Du kannſt ſelbſt darüber entſcheiden. Wahr iſt es, ſein luſtiger, leichter Sinn, der hie und da an die Grenzen von Leicht⸗ ſinn ſtreift, nöthigt mir oft ein Lächeln ab. Ich war einſt auch ſo, und Du, mein Freund, würdeſt wohl ſchwerlich in mir den wieder erkennnn, der Dir durch ſo manchen ſchlechten Spaßein Lächeln abzunöthigen ſuchte.

Die Zeiten ändern ſich, und wir mit den Zeiten. Der

Freund, den Hauff zum Profeſſor hat avanciren laſſen, erwidert:Ich finde, daß er(der Sohn) Dir gleicht; auch P.. und N... fanden dies im erſten Augenblick, nur meint R...., er habe keine krumme Naſe, wie der Herr Vater, und ſehe auch nicht ſo naſeweis aus.

So ſcherzte er gutmüthig über ſich und Andere, zeigte ſich dabei in allen Verhältniſſen als warmen und treuen Freund ſeiner Freunde, war immer fröhlich bei den be⸗ ſchränkten Umſtänden, und redlich darauf bedacht, ſeiner zärtlichen Mutter keine unnöthige Sorge zu den nöthi⸗ gen zu verurſachen. Was er produeirte, theilte er gerne mit. Es war inzwiſchen Weniges und ohne weitere Ab⸗ ſicht Niedergeſchriebenes, als ſich und ſeine nächſten Freunde zu erfreuen. In lyriſchen Gedichten, die mehr von der Gelegenheit als von der Stimmung eingegeben wurden, hatte er ſich frühe verſucht, und ſchon auf der Schule ſtrömten ihm, während der ältere Bruder latei⸗ niſche Verſe mit Leichtigkeit zimmerte, die deutſchen

Verſe zu, die aber dem Lehrer wenig behagten. Von

dem, was er zu Blaubeuren dichtete, zeichnet ſich das