Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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anfbehalten wäre, der Keim zu ſeinem eigenthümlichen Talente ſichtbar ſein. Wenn eine aus denActa pacis westphalicae gebaute Schanze zuſammenfiel, ſo wußte der vierzehnjährige Knabe, daß ſie das Schickſal des Gebäudes theile, das die Herren zu Münſter und Os⸗ nabrück gezimmert, und freute ſich darüber. Wenn die Armeen der feindlichen Brüder einander lange genug den Sieg ſtreitig gemacht hatten, entſchied denſelben oft ein ernſter Zweikampf zwiſchen den Heerführern ſelbſt, und überhaupt entſpann ſich oft zwiſchen den Brüdern ein leidenſchaftlicher Streit, nicht wegen des Eigenthums, ſondern über Vorzüge und Handhabung des Geiſtes in ihren kriegeriſchen Spielen.

Auf dieſem Wege ſchuf ſich der jugendliche Geiſt aus den mannigfaltigen Bildern ein Bild der Natur und des Menſchen, deſſen Umriſſe immer beſtimmter und feſter wurden, er gewöhnte ſich frühe daran, jene Bil⸗ der mit Sicherheit im Geſpräche zu handhaben, und legte dadurch den Grund zu der Darſtellungsgabe, die ſpäter ſein Hauptverdienſt war. Jene aus Büchern er⸗ lernte, traditionelle Menſchen⸗ und Naturkenntniß brachte ihn beim Eintritt ins jugendliche Alter über manche Klippe hinweg, an welcher der jugendliche Geiſt ſo leicht zu ſcheitern Gefahr läuft. Unſere beiden größ⸗ ten Dichter wußte er auswendig, ehe er ſie verſtand, und als ſich ihm ſpäter das Verſtändniß öffnete, hatte er den erſten Eindruck ſchon weg, und konnte ſich nicht mehr enthuſiasmiren, und es iſt bekannt, auf welche Abwege dieſer jugendliche Enthuſiasmus für die größten Geiſter, ſo edel und ſchön er ſein mag, nicht ſelten führt.

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