215 fuͤr ernſte Studien verloren, und dem laͤſtigen Zwange der Geſellſchaft abgewonnen iſt, gern der einſamen Theophilia weihen. Zuͤrnt mir dar⸗ uͤber die Tochter meines Herzens?“
Verlegen ſenkte die Ueberraſchte das ſchoͤne Auge zu Boden. Sie fuͤhlte ſich in der Naͤhe des Grafen nie ganz frei von jener aͤngſtlichen Befangenheit, die ſchon ihr erſtes Erſcheinen an der Seite der Aebtiſſin bezeichnete, und ſie gra⸗ de in den Augen des Mannes, der viel durch die beſtimmtere Handlungsweiſe zweier Frauen verletzt worden war, ſo unwiderſtehlich reizend machte.
Ermuthigend zog er ſie neben ſich auf das Sopha, und, ſich bald mit Intereſſe nach ihrer Geſundheit und ihren jetzigen Beſchaͤftigungen er⸗ kundigend, ſuchte er ſich nach und nach in ihr Vertrauen hineinzuſprechen.
„So meine ich denn,“ fuhr er, nach einigen unabſichtlich ſcheinenden Aeußerungen uͤber ihre Kraͤnklichkeit, fort:„ich ſei der Einzige geweſen, der auf dem Ball den wahren Grund von Theo⸗ philiens ſuͤßem Schrecken errieth. Edwin hatte


