behrten Sie denn hier, im Kreiſe Ihrer Lieben?“ frug Conſtanze mit Innigkeit.
„Nichts, was die vollkommenſte Guͤte der fremden, heimathsloſen Waiſe geben koͤnnte!“ verſicherte Theovhilia eifrig.„Und doch etwas, das mir vielleicht nur darum fruͤh entriſſen wur⸗ de, damit recht viele großmuͤthige Herzen in mei⸗ ne Dankbarkeit ſich theilen ſollen: eine Mutter!“ Conſtanze erbebte unwillkuͤhrlich, doch ſchnell ſich faſſend, ſchlang ihr Arm ſich um den Nacken des ſanft bewegten Maͤdchens, und mit wehmuͤthiger Ruͤckerinnerung ſprach ſie:
„So gehoͤren wir denn wirklich zuſammen, mein armes Kind, denn ich ſuche ſeit lange—— Plöͤtzlich ſich ſelbſt unterbrechend fuͤgte ſie haſtig hinzu:.
„Sie nannten ſich ſelbſt eine heimathsloſe Waiſe. Waͤren Ihr Vaterland und Ihre El⸗ tern Ihnen unbekannt, und haͤtten Sie kein Zeichen-—“
Statt jeder berichtigenden Antwort ging Theo⸗ philia zu ihrem Schreibtiſch, um das einzige Erb⸗
theil ihrer muthmaßlichen Eltern zum erſtenmal


