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mert?— Erwirb Dir die Buͤrgerkrone, Sar⸗ dino! die Thraͤnen der Unterdruͤckten, deren Recht Du als Anwald der Stadt beſchuͤtzteſt, flechten koͤſtliche Perlen hinein, und das Diadem der Tugend, was alle Kraͤnze des Ruhms aufwiegt, glänzt dort noch ſchoͤner, und verſetzt Dich un⸗ ter die Sterne. Veredle Dein Stillleben durch die goͤttliche Gabe der Poeſie; dieſe Dichtkunſt iſt rar; doch ſie verlohnt ſich: denn die Alltaͤg⸗ lichkeit ohne die Beleuchtung der Phantaſie, ohne das zauberiſche Spiel des Geiſtes, iſt eine leidige Proſa, und einem Theater bei Tage zu vergleichen, worauf ein langweiliges Familien⸗ ſtuͤck probirt wird. Halte mich jedoch nicht fuͤr einen ſo argen Philiſter, mein Sohn, daß ich die freiſinnige Übung eines an ſich ſchoͤnen Ta⸗ lents, Dir ohne den beſonderſten Grund wehren moͤgte, obwohl ich hinzuſetzen muß, es waͤre beſſer, jener weiſe Spruch, wuͤrde mehr beher⸗ ziget: Viele ſind berufen, doch Wenige ſind auserwaͤhlet.— Johannas Mutter— nun, Du weißt von ihr. Wir aber wiſſen nicht, was etwa von den angeſtammten Neigungen jener


