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Tante und Nichte
Entstehung
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aus ihr geworden ſeyn? Du aber, Sardino, nimm jetzt wir ſind ſo unter uns einen guten Rath von mir an! Du kaufeſt ihn wohl⸗ feil, nur um den Preis des Zutrauens zu mei⸗ ner Erfahrung; verſchmaͤht koͤnnte er Dich einſt theuer zu ſtehen kommen. Verabſchiede die duͤ⸗ ſtere Muſe, die finſtere Geſellinn Deiner Ein⸗ ſamkeit! die Liebe laͤchelt Dir jetzt in einem Geleit von heitern Stunden und tauſend kleinen Gluͤckſeligkeiten. Laſſe den Koͤnig Blaubart ſeine Weiber ſchlachten Du ſingeſt das hohe Lied von der Einzigen. Der goldne Schluͤſſel des Geheimniſſes oͤffne Deiner Frau nur die Schaͤtze Deines Herzens, gluͤcklich, wenn ſie ſich in die⸗ ſem Beſitze reich, und in dem tiefſten Verſteck der Geſinnung nur den Edelſtein der Treue fin⸗ det. Was kuͤmmern Dich die Rebellionen vori⸗ ger Jahrhunderte? ſorge dagegen fuͤr den Frie⸗ den Deiner Ehe, und fuͤr eine gute haͤusliche Regierung. Warum wuͤhlſt Du die Graͤber der Todten, und den Staub der Archive auf, und ſtoͤrſt die Arbeit der Wuͤrmer und Motten, um eines Lorbeers willen, den Dir der Neid verkuͤm⸗