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Tante und Nichte
Entstehung
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ſie warm und wirklich an ſeiner Bruſt. Er beugte ſich zu ihr nieder, Thraͤnen der Wonne und Wehmuth benetzten ſeine Narbe, und ihre Seelen floſſen in einander.

In der untern Region des Hauſes hatte dem Syndikus nichts von dieſer Cataſtrophe ge⸗ traͤumt. Er fruͤhſtuͤckte wohlgemuth mit ſeiner Frau, als Sardino voͤllig gekleidet, in das Wohn⸗ zimmer trat. Sein Geſicht ſtrahlte Freude, den Eltern ward, als ob ſie in die liebe Sonne ſaͤhen. Bon jour, Herr College! rief ihm der Syn⸗ dikus ſcherzhaft gelaunt entgegen:ei! ſchon ſo ruͤſtig auf? ich dachte, Du wuͤrdeſt, muͤde von geſtern noch, das gelehrte Spruͤchwort: Aurora muses amica, heute in ſeiner zweiten Ausle⸗ gung: des Morgens ſchlaͤft ſichs am beſten gelten laſſen.

Q Vater! antwortete Sardino:ich habe in der verfloſſenen Nacht kein Auge zugethan, ein nie gehofftes Gluͤck hielt ſie mir offen. Hier⸗ auf erzaͤhlte er das Wiederfinden ſeiner Freun⸗