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Tante und Nichte
Entstehung
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339 me und funkelnden Thraͤnen in den Augen, und die fluͤchtige Gluth des Erroͤthens zerfloß in eine zarte Blaͤſſe. Der Syndikus ſah, wie gewalt⸗ ſam die Erinnerung an das uͤberſtandene Leid auf die junge Frau wirkte; er reichte ihr die Hand, und troͤſtete ſie mit einer beſſeren Zu⸗

kunft. Dann ging er in tiefen Gedanken nach dem Gaſthof zuruͤck.

Die gemeinſame Reiſe begruͤndete das Ver⸗ trauen der jungen Wittwe zu dem Syndikus noch feſter. Sein innerer Frieden, ſeine ruhige Anſicht der Dinge theilte ſich ihr mit. Sie dachte daß dieſe weiſe Maͤßigung wohlthuend wirken, und jedes Gluͤck dauernd verbuͤrgen muͤſſe, und ein Stumpfſinn verbrauchter Kraͤfte haͤtte daran keinen Theil: denn der Mann von gereiften Jahren fuͤhlte wie ein Juͤngling noch. Sie kamen bei dunklem Abend in der Heimath an. Ein kalter Wind hatte ſich in den letzteren Stun⸗ den erhoben, der ſauſend uͤber die Felder ſtrich, und die kleinſte Hffnung des Wagens durch⸗ 15*