ter, die zuvor nichts von ihm gewußt, und machte ihr das Leben ſauer. Kein Tag verging ohne Exceſſe, und Zank und Streit deshalb. Sein Vater, der uͤber allen Ausdruck ſchwach gegen dieſen Liebling war, ließ ihm jedoch kein Haͤrchen kruͤmmen, und raͤchte jeden finſtern Blick, den meine Mutter ihm gab, an mir; ich Arme! mußte alles entgelten. Indem die ungluͤckliche Frau den heimlichen Haß einer Stief⸗ mutter fuͤhlte, empfand ſie zugleich den bittern Schmerz, ihr eigenes Kind in der Gewalt offen⸗ barer Tyranney zu ſehen. Sie konnte mir nicht helfen.— So waren Jahre hingegangen, die nichts in unſern haͤuslichen Verhaͤltniſſen geaͤn⸗ dert oder verbeſſert haͤtten. Um das Maaß her⸗ ber Erduldungen voll zu fuͤllen, verliebte ſich mein ſogenannter Bruder in die Idee, daß wir ein Ehepaar wuͤrden. Mir grauſte davor. Er quaͤlte mich mit ſeiner ſelbſtſuͤchtigen Leiden⸗ ſchaft, und verfolgte jeden meiner Schritte. Meine Mutter flehete mich an, ihm meine Hand zu geben, dies waͤre, meynte ſie, das einzige Mittel, wie der boͤſe Geiſt von Vater und Sohn
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