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Frauen ihre Maͤnner nicht aus Liebe heirathen, und daß ihnen die Treue, das ſicherndſte Gefuͤhl! nur eine kalte Anſtandsregel iſt, die ſie ſchicklicher Weiſe befolgen, aber abſtreifen moͤgten, wie den laͤſtigen Zwang einer Kette, wenn es irgend ge⸗ ſchehen koͤnnte, ohne daß ſie ihren Ruf dabei wagten. Der gilt ihnen mehr wie die Ruhe, der Lohn bekaͤmpfter Gefuͤhle, die Krone der Selbſtbeherrſchung. Ich weiß ferner: daß jene Sympathie, jener Zauber der Natur außer dem Bereiche menſchlicher Willkuͤhr liegen;— doch davon war vorhin die Rede nicht. Es iſt ein großer Unterſchied zwiſchen Ungluͤck und Unrecht, zwiſchen Schmerz und Schuld— wie verwandt dieſe Begriffe zuweilen auch ſeyn koͤnnen— Sie wollten mir aber etwas von Ihrem fruͤhe⸗ ren Schickſal erzaͤhlen?⸗
Die Wittwe war durch dieſe Abſchweifung ganz aus dem Context gekommen. Sie ſam⸗ melte ihre Gedanken in einer Dornenleſe, und ſprach:„mein Stiefvater hatte einen natuͤrlichen Sohn, den er gleich nach ſeiner Verheirathung zu ſich nahm. Er ward die Geißel meiner Mut⸗
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