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Tante und Nichte
Entstehung
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ſten fuͤr Phoͤbens Unterhalt, und warf ihn zu den verlohrenen Poſten der Jahres⸗Rechnung. Sie antwortete mit vorwurfsvoller Beſcheiden⸗ heit, hinter der ſich der Geldſtolz verſteckte, der Tante ſchlimmſter Fehler:Was Du da ſagſt, iſt mir groͤßtentheils zu hoch; mein or⸗ dinairer Verſtand faßt nur das Mittelmaͤßige. Wer die Mittel zur Wohlfahrt fuͤr ſich und Andere ergreifen und feſthalten will, hat alle Haͤnde voll zu thun, und kann ſich nicht mit ſolchen Subtilitaͤten befaſſen. Ich denke nur, Nichtchen, wenn Du wuͤßteſt, wie ſchwer ein Groſchen zu verdienen, Du wuͤrdeſt dem Gelde, was Du verachteſt, den vollen Werth und das rechte Gewicht geben. Dein Geſchick hat Dich bis auf dieſe Stunde vor Mangel bewahrt; aber man ſoll den Tag nicht vor dem Abend loben! Damit ging die Tante hinaus, einem Winke der Lenore,(ſo hieß die Anzilla,) zu folgen, die unter der Raͤthinn letzteren Worten in der Thuͤre erſchienen war. Der armen Phoͤbe war das Herz ſehr beklommen; die er⸗