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Tante und Nichte
Entstehung
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Sie ſollen in dieſem Hauſe minder gewahr werden, was Sie verlohren haben. Als verei⸗ deter Pupillenrath bin ich zu dem Schutzfreunde der Waiſen beamtet, als der Gatte meiner lie⸗ ben Frau, fuͤhle ich mich berufen, Vaterſtelle an Ihnen zu vertreten, und als ein Verehrer der Schoͤnheit hier buͤckte ſich der ernſte Mann mit ſcherzhafter Galanterie, die ihm auſ⸗ ſerordentlich wohl ließwird dieſe doppelte Pflicht der freie Drang meines Herzens! Die Raͤthinn laͤchelte mit bemerkendem Hohn, ſie blinzelte nach ihrem Gemahl hin, ihr Auge ſtach, und ihre Miene verzog ſich herbe. Phoͤbe aber vergalt mit dem lieblichſten Blicke dieſe gewinnende Zuſicherung, und in dankba⸗ ren Worten betheuerte ſie dem neuen Oheim, daß ſie ſeine Gewogenheit zu verdienen, bemuͤht ſeyn wolle. Nur das gehaltene Schweigen der Tante bei dieſer Scene, erregte ihr ein peinli⸗ ches Gefuͤhl, einen heimlichen Druck. Sie trat im Geiſte auf die Seite des Mannes, ihr Herz war ihm aufgegangen in ſchnellem Vertrauen, und nahm ſeine Parthie, unwiſſend der Anklage,