2
— 21
meinem ſtillen ÄArger zeitig ein Ende, und ich wollte nun mein bischen Leben und Vermoͤgen in Zufriedenheit genießen. Da kam mein jetzi⸗ ger Mann—
„Hier ging die Thuͤre auf, und dieſer Mann kam wirklich; ſeine perſoͤnliche Darſtel⸗ lung trat an die Stelle der Charakteriſtik, worin er ſeine Gattinn unterbrach. Der Pupillenrath Locke war eine ſtattliche Geſtalt von hervorra⸗ gender Laͤnge; er war bereits im vollen Anzuge, und fein gekleidet. Seine ausdrucksvollen Ge⸗ ſichtszuͤge, denen nachdenkende Erfahrung und amtliche Wuͤrde tief eingepraͤgt waren, heiter⸗ ten ſich bei ſeinem Eintritte zu einer angene men Freundlichkeit aus.„Ich hoͤre ſo eben,« begann er mit ſonorer Stimme—„guten Morgen, liebe Frau!“ er reichte ihr die Hand zu dem verſpaͤteten Morgengruſſe, in die ſie finſter ſehend die Spitzen ihrer runden Finger legte:—„daß unſere erwartete Hausgenoſſinn nunmehr angekommen ſey. So wollte ich denn eilen, Sie zu begruͤßen. Seyn Sie uns be⸗ ſtens willkommen, mein liebes Kind! ich hoffe,


