Druckschrift 
Tante und Nichte
Entstehung
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blonden Locken ſeitwaͤrts, und ein kleiner gluͤ⸗ hender Mond erſchien wie unter goldnem Ge⸗ woͤlke.

Die Raͤthinn ſtaunte ihre Nichte an. Sie nahm ſich indeß hoͤflich zuſammen, und ſagte: nun ſo wuͤnſche ich, daß dieſer Neumond uns gutes Wetter bringen magl wir beduͤrfen es. Du wirſt dich in meinem Hauſe in Manches finden muͤſſen, Phoͤbe, und ich will Dir vor⸗ erſt einige Regeln geben, waͤhrend wir fruͤh⸗ ſuͤken. Sie ſchellte, der Caffee ward ge bracht. Die Raͤthinn ſchenkte ein, noͤthigte die Nichte zuzulangen, und redete inzwiſchen wei⸗ ter:mein Mann gehe ihm aus dem Wege, ſo viel Du kannſt. Er hat unholde Launen und wunderliche Eigenheiten; ich warne Dich vor ſeiner Hitze, die ihn anweht, man weiß nicht wie? Sein Sohn iſt ein Wildfang, ein jun⸗ ger Herr, der ſeine galanten Thorheiten treibt, wie die Andern, ein Referendarius, der ſeine Vortraͤge am liebſten im luſtigen Collegium gu⸗ ter Bruͤder und Conſorten macht. Laſſe Dich gar nicht mit ihm ein! hoͤrſt Du? man kann