Druckschrift 
Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

389

an den ſie verwöhnt nur ſeine Verbitterungen erfahren, hatte ein edleres Verſchmähen aller zu⸗ fälligen Gaben des Glückes in ihm erregt, und das Beiſpiel ſeines Vaters miſchte eine philoſo⸗ phiſche Gleichgültigkeit dazu. Adolar kannte das letzte Schickſal ſeines Großvaters, und hatte die Neigung von ihm geerbt, unter angenomm⸗ nem Stand und Nahmen zu reiſen. Als er ſeine erſte Ausflucht in die Welt antreten ſollte, ver⸗ ſehen mit allen Bequemlichkeiten und Geldmit⸗ teln, und bei dieſer Gelegenheit von den Fonds die Rede war, die ihm jetzt und einſt zu Gebote ſtünden, ſagte er:wehe mir, wenn ich mich jemals auf etwas Anderes verlaſſen wollte, als auf mich ſelbſt und auf den Gott, den ich im Herzen trage! Nein, liebe Eltern, das mu⸗ thet mir nicht zu. Was heute mein war, kann morgen eines Andern ſeyn. Welch ein elendes Ding iſt es doch um einen Beſitz, den mir das Wort aus einem falſchen Munde, die Geſchick⸗ lichkeit einer fremden Hand, die meine nachzu⸗ ahmen, rauben kann? Und die hölliſche Fertig⸗ keit der Lüge iſt ſtets geſchäftig gegen die Reali⸗